Es gibt einige Muster, die wiederholen sich ständig. Im Laufe der Zeit merkt man, dass die Börsen gewissen Regeln folgen und somit ein Zahnrad in ein anderes greift. So hatten Schwächen am Aktienmarkt meist eine gewisse Kapitalflucht in sichere Anlagen, wie zum Beispiel den Rentenpapieren ausgelöst. Dadurch haben sich die Kurse den Rentenpapiere positiv entwickelt und die Zinsen gingen zurück.
Umgekehrt weckten steigende Aktien natürlich einen höheren Risikoappetit, so dass vermehrt Gelder aus den Rentenpapieren flossen und die Zinsen anzogen.
Ist seit dieser Woche nun alles anders?
Turbulenzen an den Aktienmärkten aber keine Flucht in die früher mal so sicher geglaubten Renten! Ganz im Gegenteil, auch Deutschland bekommt nun Probleme für neue Staatsanleihen Käufer zu finden. Dies liegt aber eher am Zins, nicht am Ausfallrisiko. Würden Sie derzeit Geld für 10 Jahre anlegen unter 2% Verzinsung?
Würden Sie in Staatsanleihen von Italien, Spanien oder Belgien anlegen - immerhin bekämen Sie da fast den dreifachen Zins von fast 6% pro Jahr, aber sind diese noch sicher?
Zuletzt besteht noch die Möglichkeit zu Tagesgeldzinsen anzulegen und damit bewusst in Kauf zu nehmen, dass die Preissteigerungen höher sind als der Zinserlös.
Die Marktteilnehmer fordern also höhere Zinsen. Die Verbraucherpreise steigen nach den letzten Zahlen um 3 Prozent pro Jahr und die Ausfallrisiken nehmen zu. Je höher die Zinsen jedoch sind, desto schlimmer wird die Lage. Es scheint nur einen Ausweg zu geben, nämlich künstliche Nachfrage zu erzeugen. Die EZB könnte schon bald ein einzigartiges Inflationsexperiment starten.
Es wird viel Liquidität geschaffen aus der Unsicherheit heraus. Versicherer und auch Banken müssen früher oder später aber irgendwie Geld anlegen und Renditen erwirtschaften. Wenn alle glauben, dass Cash gerade am besten ist, sollte man stutzig werden - meist liegt die Masse falsch an der Börse!
Bei den Edelmetallen erlebten wir diese Woche ein schon häufig von mir betrachtetes Phänomen. Je näher ein Termin zur Ausgabe von neuen US-Staatsanleihen rückt (vor allem mit 2-jähriger Laufzeit) desto mehr neigen die Edelmetalle zu plötzlichen unerklährlichen Schwächeanfällen.
Guter Nebeneffekt für die USA, dadurch sieht man wenig Inflationsgefahr wenn die Edelmetalle schwächeln. So berichteten die Medien von einem großen Interesse bei der Auktion einer neuen 2-Jahres-Anleihe. Bei einer Rendite von 0,27% ist das doch sehr verwunderlich!
Ich wünsche gute Investments!
Hinweis: Diese Markteinschätzung stellt keine Aufforderung zum Kauf- oder Verkauf von Wertpapieren dar und ersetzt keinesfalls die anlegergerechte und objektive Beratung. Für die Richtigkeit der Daten übernehmen wir keine Haftung.
Verfasser: Andreas Krumpholz für die commodity advice GmbH & Co. KG
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